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Unterwegs

Paris rückt näher: von Sachsen über Halle direkt an die Seine

Sächsische Lotto-GmbH
03.06.2026
8 Minuten
Glaspyramide des Louvre in Paris bei Sonnenuntergang mit Besuchern auf dem Vorplatz des Museums.
Foto: Jürgen Männel

Morgens in Mitteldeutschland einsteigen, nachmittags in Paris aussteigen: Seit einigen Monaten fährt täglich ein ICE von Halle direkt in die französische Hauptstadt. Für Reisende aus Sachsen ist das besonders spannend, denn Halle liegt nur rund eine halbe Stunde von Leipzig entfernt. Was dann wartet, ist eine Stadt voller großer Namen, kleiner Entdeckungen und unvergesslicher Augenblicke.

Von Leipzig über Halle in die Stadt der Lichter


Manchmal beginnt eine Reise nicht am Flughafen, nicht mit langen Kontrollen und nicht mit dem Kofferband. Manchmal beginnt sie ganz entspannt am Bahnsteig. Für viele Sachsen ist Paris seit dem Fahrplanwechsel Ende 2025 ein gutes Stück näher gerückt: Von Halle fährt täglich ein ICE ohne Umstieg in die französische Hauptstadt. Wer aus Leipzig kommt, erreicht Halle schnell – und kann von dort direkt Richtung Seine starten.

Um 8.18 Uhr verlässt der Zug Halle, fährt unter anderem über Erfurt und Straßburg und erreicht Paris am frühen Nachmittag. Rund sechseinhalb Stunden später steht man nicht mehr an der Saale, sondern mitten in einer der berühmtesten Städte der Welt. Zurück geht es ebenfalls direkt: Der ICE startet am späten Vormittag in Paris und erreicht Halle am frühen Abend.

Das klingt fast zu einfach für ein Reiseziel, das sonst gern nach großer Planung klingt.

Ankommen mit großen Augen


Paris ist eine Stadt, die man nicht einfach nur besucht. Man nähert sich ihr, taucht ein, lässt sich treiben. Schon der erste Spaziergang kann reichen, um zu verstehen, warum die französische Hauptstadt so viele Beinamen trägt: Stadt der Liebe, Stadt der Mode, Stadt der Lichter – und für manche auch das größte Freilichtmuseum der Welt.

Vielleicht beginnt der erste Abend an der Seine. Die Ufer sind wie gemacht dafür, nach der Zugfahrt langsam anzukommen. Menschen sitzen auf den Mauern, Boote ziehen vorbei, irgendwo spielt Musik. Zwischen Brücken, Fassaden und Wasser spürt man schnell: Paris hat Tempo, aber Paris kann auch ganz sanft sein.

Große Kunst und kleine Umwege


Die 2,3 Millionen-Stadt ist ein Kaleidoskop aus Kunst, Literatur, Film, Architektur und vielem mehr. Sie zählt zu den reichsten Städten der Welt, 2024 war die Stadt an der Seine zum dritten Mal Austragungsort der Olympischen Spiele. Schönheit und Romantik durchdringen jeden Winkel. Schätzungen zufolge gibt es in Paris fast 130 Museen. Viele Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander, sodass man viele zu Fuß ablaufen kann. 

Im Herzen der Metropole zu finden, von vielen Ecken zu sehen und unbestritten das wohl bekannteste Bauwerk ist der Eiffelturm. Seit der Weltausstellung 1889 gehört er zu Paris wie kaum ein anderes Bauwerk. Rund 7 Millionen Menschen pro Jahr besuchen den stählernen Koloss. Von der Brücke Pont de Bir-Hakeim soll man den besten Blick auf den Eiffelturm haben – doch eigentlich findet die Stadt immer wieder neue Perspektiven auf ihr berühmtestes Wahrzeichen.



Auf den Spuren Da Vincis und Picassos


Der Louvre beherbergt Meisterwerke wie die Mona Lisa und die Venus von Milo und ist auch eines der weltweit am meisten frequentierten Museen. Über 15.000 Menschen drängen sich täglich auf den 60.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zwischen den über 35.000 Kunstwerken. Für die meisten Besucher ist das Ziel hier klar: Sie wollen direkt zum bekanntesten Gemälde der Welt: „La Gioconda“ von Leonardo Da Vinci – besser bekannt als die "Mona Lisa". Der Ansturm auf das gerade einmal 77 x 53 Zentimeter große Gemälde ist riesig. Wer wiederum die ausgefallenen und berühmtesten Werke von Pablo Picasso sehen will, ist im Musee der Picasso genau richtig.



Auch außerhalb der Museen erzählt Paris von Kunst und Geschichte. Auf der Île de la Cité erhebt sich Notre-Dame, die große Kathedrale im Herzen der Stadt. Plätze wie der Place de la Concorde oder die Bastille erinnern an bewegte Kapitel der französischen Geschichte. Und wer über die Champs-Élysées spaziert, sieht ihn schon von Weitem: den Arc de Triomphe, mächtig und markant am Ende des berühmten Boulevards.

Doch die schönsten Reiseerinnerungen entstehen oft auf Umwegen. In einer Seitenstraße, in einem kleinen Café, beim Blick in ein Schaufenster oder an einem Bücherstand am Seineufer. Die Bouquinisten mit ihren dunkelgrünen Kästen gehören zu den stilleren Wahrzeichen der Stadt. Dort gibt es Bücher, Poster, Zeichnungen und kleine Andenken – und manchmal genau das Souvenir, nach dem man gar nicht gesucht hat.

Hoch hinaus in Montmartre


Ein anderes Paris wartet oben in Montmartre. Der Weg zur Basilika Sacré-Cœur führt über Treppen, Gassen und kleine Plätze, auf denen noch etwas vom alten Künstlerviertel zu spüren ist. Oben angekommen, öffnet sich der Blick über die Stadt. Paris liegt einem zu Füßen, hell und weit, mit all seinen Dächern, Kuppeln und Türmen.

Sacré-Cœur selbst wirkt fast unwirklich weiß. Die Basilika thront über dem Viertel und ist ein Ort, an dem viele Besucherinnen und Besucher kurz innehalten. Unten wartet der Trubel, oben ein Moment Ruhe. Vielleicht ist genau das typisch Paris: Die Stadt kann überwältigen, aber sie schenkt immer wieder Pausen.



Paris für Entdecker


Neben den großen Klassikern gibt es Orte, die Paris eine andere Farbe geben. Der Friedhof Père Lachaise ist so ein Ort. Zwischen alten Grabsteinen, schmalen Wegen und hohen Bäumen ruhen bekannte Persönlichkeiten wie Edith Piaf, Oscar Wilde, Jim Morrison, Molière und Jean de La Fontaine. Es ist ein stiller, fast poetischer Ort – ein Spaziergang durch Geschichte, Erinnerung und ein wenig Melancholie.

Lebendiger wird es auf dem Marché aux Puces de Saint-Ouen, dem großen Flohmarkt im Norden der Stadt. Wer gern stöbert, findet hier ein kleines Paradies: Antiquitäten, Kleidung, Schmuck, Kurioses und Dinge, deren Geschichte man am liebsten gleich miterfinden möchte. Paris zeigt sich hier nicht glatt und perfekt, sondern bunt, eigenwillig und voller Überraschungen.

Eine Reise, die leicht beginnt


Vielleicht ist Paris gerade deshalb so reizvoll: Die Stadt ist weltberühmt, aber sie lebt von persönlichen Momenten. Von einem Café au lait am Morgen. Vom Spaziergang durch die Tuilerien. Vom Abendlicht auf der Seine. Von einem Foto, das nicht geplant war. Von einem kleinen Tisch im Bistro, an dem man länger sitzen bleibt als gedacht.

Dass man nun von Halle direkt dorthin fahren kann, macht die Reise auch für Sachsen unkomplizierter. Leipzig ist nah, Halle gut erreichbar, und von dort geht es ohne Umstieg weiter bis Paris. Aus einer großen Reiseidee wird so ein Plan, der plötzlich sehr machbar klingt.

Und vielleicht ist genau das der schönste Gedanke: Paris muss kein ferner Traum bleiben. Man kann morgens in Mitteldeutschland losfahren, am Nachmittag an der Seine stehen. Und wer einmal da war, will immer wiederkommen, so wie es Jürgen Männel (Text/Foto) tat.


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