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Interviews

„Richtig schön in die Vollen“: Schauspielerin Adele Neuhauser über Mut und Offenheit

Sächsische Lotto-GmbH
13.05.2026
4 Minuten
Adele Neuhauser lächelt in die Kamera, sitzt auf einem Tisch vor grüner Wand.
Foto: Adele Neuhauser – mit Charme und Selbstbewusstsein im glüXmagazin-Interview. / Foto: Rafaela Pröll

Statt in ihrer Paraderolle als Wiener Tatort-Ermittlerin versucht Adele Neuhauser (67) im ZDF-Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ als Gloria Almeda den Mord an ihrem Ehemann aufzuklären, für den sie jahrelang zu Unrecht im Gefängnis saß. Den wahren Täter vermutet sie in ihrem nahen Umfeld. Im glüXmagazin spricht die Österreicherin darüber, wie schön es ist, sich einer Rolle vollständig hinzugeben.

Sie spielen die frisch aus dem Gefängnis entlassene Society-Lady Gloria, die Rachepläne gegen ihre eigene Familie und den Freundeskreis schmiedet. Was hat Sie an der Rolle fasziniert?

Ich liebe überspitzte Komödien mit viel schwarzem Humor. In dem Film wird das Leben meiner Figur Gloria über viele Jahre erzählt – vor, im und nach dem Gefängnis. Sie durchläuft in ihrer Erscheinung, ihrem Verhalten, ihrem Denken und ihrem Zugang zur Welt einen extremen Wandel. Diese Entwicklungen darzustellen, hat mir gefallen.

Welche der drei Lebensabschnitte Ihrer Figur haben Sie am liebsten gespielt?

Ich mochte alle, aber Gloria in der Zeit vor dem Gefängnis zu spielen, hat besonders viel Spaß gemacht. Sie lebt da in ihrer eigenen Welt voller Luxus, kümmert sich kaum um ihre Kinder und benimmt sich ständig daneben. Das spiegelt sich auch in ihrer Art zu sprechen wider. Sie ist völlig unreflektiert. Da konnte ich richtig schön in die Vollen gehen (lacht).

Gloria kommt aus dem Gefängnis und will Rache für die unrechtmäßige Verurteilung. Rächen Sie sich, wenn Sie ungerecht behandelt werden?

Ich vertrage Ungerechtigkeit überhaupt nicht und kann dann auch emotional werden, aber Rache ist nicht mein Weg. Ich suche lieber das Gespräch und rede so lange, bis hoffentlich bei meinem Gegenüber Einsicht herrscht.

Ihr Schauspielkollege Manuel Rubey (47) spielt in diesem Film Ihren Sohn. Im aktuell in der ARD-Mediathek verfügbaren Film „Makellos – Eine kurze Welle des Glücks“ ist er als Ihr Liebhaber zu sehen. Wie ist es, sich in so verschiedenen Konstellationen vor der Kamera zu begegnen?

Genau das ist das Großartige an unserem Beruf, dass wir uns in so völlig unterschiedlichen und manchmal eigenartigen Kombinationen zusammenfinden. Wir kennen uns schon länger und haben „Mama ist die Best(i)e“ vor „Makellos“ gedreht. Der erste Dreh hat unsere Vertrautheit miteinander gesteigert und wir haben uns darauf gefreut, nach der Mutter-Sohn-Beziehung ein Liebespaar zu spielen.

Hat es Sie Überwindung gekostet, in „Makellos“ nackte Haut zu zeigen?

Auf jeden Fall, denn natürlich empfinde ich mich nicht als makellos. Ich bin sehr dünn geworden, habe körperlich ein wenig abgebaut und deshalb hat es mich doppelt gefordert, mich so zu zeigen. Es war aber auch ganz wunderbar, der Rolle mit so viel Ehrlichkeit und Offenheit zu begegnen.

Sind Sie im Laufe Ihrer Karriere mutiger geworden?

Mir war von Anfang an wichtig, dass meine Figuren etwas in den Herzen der Menschen bewegen. Mutig war ich schon immer, wenn Sie es so ausdrücken wollen, und bis heute finde ich es toll, wenn eine Rolle mich richtig herausfordert. Ich habe großes Glück, in meinem Alter so schöne, unterschiedliche Frauenfiguren spielen zu können. Das ist nur wenigen Schauspielerinnen vergönnt.

Deborah Bechstedt dankt für das herzliche Gespräch


„Mama ist die Best(i)e“ läuft als Zweiteiler am Montag, 18. Mai, um 20:15 Uhr und 22:15 Uhr im ZDF und ist bereits digital verfügbar. Mehr dazu lesen Sie in unserem TV-Tipp.

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