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Interviews

Eine gute Entscheidung: Thorsten Kinhöfer ist als Schiedsrichter-Experte bei der WM im Einsatz

Sächsische Lotto-GmbH
10.06.2026
4 Minuten
Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer lächelt in die Kamera
Foto: Thorsten Kinhöfer: Vom FIFA-Schiedsrichter zum WM-Experten – Erfahrung und Fachwissen im Fußball. / Foto: ZDF/Maximilian von Lachner

In Sekundenschnelle Entscheidungen treffen? Darin hat Thorsten Kinhöfer (57) Erfahrung. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter hat mehr als 350 Bundesliga-Partien gepfiffen. Bei der Fußball-WM ist der heutige Geschäftsführer eines Logistikunternehmens Schiedsrichter-Experte beim ZDF. Worauf er bei seinen Einschätzungen besonders achtet, hat er dem glüXmagazin erzählt.

Was ist Ihnen als Schiedsrichter-Experte bei Ihrer Analyse besonders wichtig?

Ich muss aufzeigen, warum eine Entscheidung richtig oder falsch war, und auch, wie das Schiedsrichter-Gespann es besser machen könnte. Ich möchte die Leistungen für das Fernsehpublikum sachlich einordnen, ohne Kritik auf persönlicher Ebene zu üben. Wie unschön das ist, habe ich in meiner aktiven Zeit selbst erlebt. Wir alle machen Fehler, deshalb soll meine Analyse vor einem Millionenpublikum am TV fair bleiben.

Felix Zwayer ist als einziger deutscher Schiedsrichter bei der WM dabei. Was sind seine Stärken?

Er hat eine sehr schnelle Spielauffassung, ist topfit und hat eine gute Kommunikation mit den Spielern. Aber wie jeder andere Schiedsrichter oder jede andere Schiedsrichterin auch, muss er dafür sorgen, dass er als Leiter der Partie respektiert wird. In Europa ist Felix Zwayer sehr bekannt und genießt hohes Ansehen. Bei europäischen Mannschaften wird ihm das daher leichter gelingen als bei Teams aus Übersee. Es ist etwas ganz Besonderes, für eine WM nominiert zu werden und ich wünsche ihm viel Glück bei seinen Spielleitungen.

Seit einigen Jahren gibt es den Video Assistant Referee (VAR), der besonders von den Fans auch immer wieder kritisiert wird. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin ein Freund des VAR, denn in meiner Karriere habe ich auch Fehler gemacht, bei denen ich mir gewünscht hätte, eine Videoschiedsrichterin oder ein Videoschiedsrichter hätte mir geholfen (lacht). Auf dem Spielfeld müssen die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Sekundenbruchteilen live eine Entscheidung treffen. Die Chance, sich eine Szene bei einer „großen“ Fehlentscheidung noch einmal anschauen zu können, finde ich aus Schiedsrichter-Sicht sehr gut.

Wie viel Glück gehört dazu, eine Partie gut zu leiten?

Jede Menge, denn man braucht zum richtigen Zeitpunkt das richtige Stellungsspiel, um die richtige Entscheidung zu treffen. Da hilft eine gewisse Erfahrung, um immer möglichst nah am Ort des Geschehens zu sein und bestmögliche Sicht zu haben. Aber am Ende bleibt es immer eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen.

Gibt es einen Moment in Ihrer Karriere, der Sie besonders geprägt hat?

Ja, das Pokalfinale 2010 in Berlin, bei dem der FC Bayern München gegen Werder Bremen gespielt hat. Ein größeres Spiel gibt es auf nationaler Ebene nicht. Während der Partie war ich so konzentriert, dass ich die Atmosphäre nicht richtig aufsaugen konnte. Ich würde dieses Spiel gerne noch einmal genauso leiten, aber es mit der Gewissheit, dass nichts Kritisches passiert, einfach nur genießen.

Wem rechnen Sie die größten Chancen auf den Weltmeistertitel aus?

Für mich ist Frankreich der absolute Favorit. Wenn ich nur an die Namen Ousmane Dembélé, Michael Olise und Kylian Mbappé denke, ist das schon eine extrem gute Mannschaft.

Deborah Bechstedt wünscht eine spannende WM

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