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Unterwegs

Belize: Die Schokoladenseite der Karibik - Ruinen, Riff und Regenwald

Sächsische Lotto-GmbH
23.05.2026
8 Minuten
Laughing Bird Caye: Traumhafte Insel mit türkisblauem Wasser und Palmen im Belize Barrier Reef
Foto: Karibisches Idyll: Laughing Bird Caye ist eine der vielen Inseln im zweitgrößten Barriere-Riff der Welt. / Foto: Norbert Eisele-Hein

Maya-Ruinen inmitten überwältigend artenreicher Urwälder, endlose Strände und das größte Barriere-Riff der Karibik: Belize überzeugt mit einem unglaublichen Spektrum von Fauna und Kultur. Der zweitkleinste Staat Mittelamerikas ist mit einer Fläche von rund 23.000 km² etwa so groß wie Hessen. Fast 40 Prozent davon steht unter Naturschutz.

Das Wichtigste vorweg, für alle, die es gerne süß mögen: Der Ursprung der Schokolade stammt aus Belize. Die Maya liebten die Kakaofrucht so sehr, dass sie ihr den Namen „Theobroma“ gaben. Theo, das griechische Wort für Gott, und Broma für Getränk. Etwas später bei den Azteken hieß diese „Götterspeise“ dann schon „Xocolatl“.

Auf dem Weg von Belize auf die Insel Laughing Bird Caye surfen Delfine vergnügt in der Bugwelle des Motorboots. Schon zeichnen sich Palmen schemenhaft am Horizont ab. Hellblaues Wasser kündigt die Lagune des Schnorchel- und Tauchparadieses an. „Unsere gerade einmal 200 Meter lange Insel ist Teil des Belize Barrier Reef Systems (BBRS), das nach dem australischen Great Barrier Reef das zweitgrößte Barriere-Riff der Welt ist. Schon der berühmte, britische Naturforscher Charles Darwin erklärte es zum bemerkenswertesten Riff der gesamten Karibik. Und seit dem 7. Dezember 1996 sind wir als UNESCO-Weltnaturerbe gelistet. Für Schnorchel-Fans haben wir drei Kanäle, die durch das Korallenriff führen. Die Walhaie patrouillieren in der Zeit von März bis Juni an Laughing Bird Caye entlang, um mit ihren riesigen Mäulern Krill aus dem Wasser zu filtern. Ganzjährig kann man häufig Seekühe entdecken. Besonders gut sind die Chancen von Januar bis Mai“, erklärt Parkranger Jaime routiniert gleich nach dem Anlanden.

Lila Fächerkorallen, fies dreinblickemande Barrakudas, Schildkröten und die ganze Parade knallbunter Rifffische – das Unterwasserkino ist betörend schön. Über Wasser ist der Karibiktraum simpel, aber genial. Ein wenig Landmasse, ein paar Dutzend fototapetentaugliche Kokospalmen und ein hellblaues Holzhäuschen für die Ranger.


Am „Mayan World Destinations- Abenteuerpark“ bei Santa Cruz gibt es die Nachahmung eines Tempels zu bestaunen. / Foto: Norbert Eisele-Hein

Süßes für das Königshaus

Nach der Rückkehr geht es vom Küstenort Placencia weiter mit dem Bus auf dem Southern Highway nach Norden zum Maya Center. Dort referiert in der Schokoladenfabrik Che’il Mayan Chocolate ein echter Maya. Julio Saqui gilt als illustrer Repräsentant der gerade noch circa 20.000 Maya der insgesamt nur 440.000 Köpfe zählenden Bevölkerung Belizes. Seine Schokolade und seine Workshops sind über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Zum 70-jährigen Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. im Juni 2022 durfte er sogar Prinz William und seine Ehefrau Kate in die hohe Kunst der Kakaoverarbeitung einweihen. „Der jetzige Prinz of Wales hat mich sogar gefragt, ob er hier als Lehrling anfangen darf“, erzählt Señor Saqui stolz.

Der Hummingbird Highway fräst sich von Dangriga an der Küste bis zur Hauptstadt Belmopan nordwestlich durch das Landesinnere. Weiter geht es bis San Ignacio, der Hauptstadt des Cayo Distrikts. Eine holprige Urwaldpiste schraubt sich bis auf 1.200 Meter Seehöhe in das Hochland empor, wo ausgedehnte Kiefernwälder fast schon an alpine Gefilde erinnern. Auf Areale mit gigantischen Granitblöcken und blutroter Erde folgt der tieferliegende Regenwald mit seiner üppigen Vegetation. Baumfarne und Bambus ragen bis zu 20 Meter hoch in den dunstigen Himmel. Nach unzähligen Kurven endet die Straße an der guatemaltekischen Grenze bei den Maya-Ruinen von Caracol.

„Belize gilt als das Herz der 3.000 Jahre alten Hochkultur der Maya, die Zentralamerika von 250-900 nach Christus dominierten. In Belize befindet sich die größte Ansammlung von Maya-Bauten und Caracol gilt als eine der wichtigsten Städte der Maya“, erklärt Guide Abimael Moralez. Enthusiastisch fährt er fort: „Caracol wurde erst 1937 von Holzarbeitern entdeckt. Die Strukturen hier datieren bis auf das Jahr 300 vor Christus zurück. In der Blütezeit wohnten hier mehr als 150.000 Menschen auf einer Fläche von circa 100 km².“

Bis in den Himmel

Die wenigen Touristinnen und Touristen kämpfen sich kraftraubend über kniehohe Steinblöcke auf den pyramidenförmigen Haupttempel hinauf. „Der Himmelsplatz ,Canaa‘ misst knapp 45 Meter. Er ist auch heute noch das höchste von Menschenhand errichtete Bauwerk Belizes. Die Maya waren sehr klein von Wuchs und mussten regelrecht auf allen Vieren zu ihren Machthabern, den Vertretern der Götter, emporkriechen. Beim Bau der ‚Bühne‘, die grausamen Menschenopferungen diente, wurde damals schon Wert auf eine gute Akustik gelegt, damit die religiösen Würdenträger und politischen Führer klar und deutlich vom Volk verstanden wurden“, erklärt der Guide. Heute hätten die Bosse von einst allerdings Schwierigkeiten bekommen, denn neben uns tobt eine Horde Brüllaffen in den Baumwipfeln.

Caye Caulker mit seinen vielen Restaurants und Tauchstationen gilt als Traumziel für Aussteigerinnen und Aussteiger. / Foto: Norbert Eisele-Hein

Anschließend geht es zurück auf das Barriere-Riff. Beim kurzen Hüpfer mit der Propellermaschine in das touristische Zentrum Belizes nach Caye Caulker sind alle Köpfe fest an die kleinen Fenster gepresst. Regenwald weicht Savanne, Savanne geht über in ein glitzerndes Türkis, an dessen Rand sich ein Bollwerk aus mehr als 1000 paradiesischen Inseln über 256 Kilometer lang dem satten Dunkelblau des Atlantiks entgegenstemmt. Caye Caulker verkörpert den perfekten Urlaubstraum: Palmen, weißer Sand, pastellfarbene Holzhäuschen sowie Reggae, Rock und erstklassige Cocktails. Leckerer Fisch und Steaks brutzeln auf dem Fassgrill. Im nahen Hol Chan Marine Reserve und der Shark Ray Alley tummeln sich bis zu 2,50 Meter große Seekühe, vollkommen friedliche Ammenhaie und unzählige Rochen, die beim Schnorcheln gerne auf Tuchfühlung gehen.


„Unbeliezable Lunch“: Mitten auf Caye Caulker gibt es leckere Lobster, Snapper und Steaks vom Fassgrill. / Foto: Norbert Eisele-Hein


Sehenswert: Ammenhaie, Stachelrochen und Pelikane. / Foto: Norbert Eisele-Hein

Caye Caulkers lässiger Hippie-Charme setzt Glückshormone frei. Spätestens hier verlieben sich Urlauberinnen und Urlauber in die karibische Wundertüte Belize. Der Abschied fällt schwer, da hilft nur eine ordentliche Portion Schokolade von Señor Saqui.

Norbert Eisele-Heinließ sich von Belize verzaubern


Informationen zum Urlaub in Belize gibt es unter travelbelize.org. Rundreisen organisiert zum Beispiel der Erlebnisreiseanbieter DIAMIR.

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