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Ratgeber

Wenn „nichts“ zum luxuriösen Statussymbol wird

Sächsische Lotto-GmbH
18.01.2026
4 Minuten
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Ist es nicht erstaunlich? Die wertvollsten Dinge im Leben sind zumeist unsichtbar. Glück, Liebe, Freiheit, Gesundheit: All das können wir nicht sehen – und dennoch wünschen wir uns ein möglichst großes Stück davon. Findige Künstler machen aus dem „Nichts“ sogar ein sündhaft teures Statussymbol. Luxus auf die eher absurde Art.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten Ihren Freunden mit Stolz das neueste Schmuckstück Ihrer kleinen, feinen Kunstsammlung präsentieren. Der Haken an der Sache: Niemand kann etwas sehen. Denn die frisch erworbene Skulptur gibt es physisch nicht, sie existiert lediglich in der Vorstellung. Und so deuten Sie auf eine leere Stelle am Boden, sagen etwas von „vibrationeller Energie“ im Raum und können immerhin noch ein Echtheitszertifikat vorweisen. Vom Künstler handsigniert. Klingt das für Sie wie das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ und so verschroben, dass die Geschichte nur frei erfunden sein kann?

Das große, kostspielige Nichts

Von wegen! Mit seiner Kunst, die buchstäblich aus nichts besteht, mischt der 72-jährige Italiener Salvatore Garau seit Jahren die internationale Kulturszene auf. Erste Schlagzeilen machte er bereits 2021 mit seiner unsichtbaren Skulptur „Io sono“ (Ich bin), die für rund 15.000 Euro verkauft wurde. Sein Spätwerk „Davanti a te“ wechselte später sogar für fast 30.000 Euro den Besitzer. Wie wertvoll Kunst ist, bestimmt eben das Auge des Betrachters. Selbst wenn rein gar nichts zu sehen ist.

Hinter dem ziemlich teuren Nichts steckt natürlich viel mehr: Das Vakuum sei ein Raum voller Energie, der nach dem Heisenbergschen Unschärfeprinzip sogar ein Gewicht besitze. Das sagt Salvatore Garau. Den Kunstkäufern händigt er nicht nur ein Echtheitszertifikat, sondern auch strikte Anweisungen aus: So muss für das jüngste unsichtbare Etwas ein quadratischer Raum von etwa anderthalb Metern Länge freigehalten werden.

Harter Wettbewerb um die Leere

Wer glaubt, Garau habe ein Monopol auf das Unsichtbare, irrt gewaltig. Stattdessen herrscht in der Welt der Leere ein intensiver Konkurrenzkampf. Der US-Künstler Tom Miller aus Florida behauptet nämlich, er habe bereits im Jahr 2016 eine unsichtbare Skulptur namens „Nothing“ erschaffen und warf dem Italiener gar ein Plagiat vor. Dabei ist die Idee in der Kunstwelt genau genommen ein alter Hut. Bereits Ende der 1950er-Jahre verkaufte der Franzose Yves Klein seine „Zonen immaterieller bildnerischer Sensibilität“ gegen reines Gold.

Das alles mag ziemlich überdreht klingen. Allerdings hat das Sammeln von Nichts durchaus einige Vorteile: Um Versicherungen, das Risiko eines Diebstahls oder Transportschäden bei einem Umzug braucht man sich weniger zu sorgen. Auch die tägliche Pflege der Skulpturen entfällt. Ist das Nichts also doch ein Sieg des Geistes über den Staubwedel?

Vom gedanklichen Luxus zur Realität

Ein weiterer Aspekt: Das Luftschloss-Konzept erlaubt uns Luxus, der (noch) außerhalb unserer finanziellen Reichweite liegt. Vielleicht leben Sie im Gedanken bereits in Ihrer Traumvilla am Meer? Falls Sie in dieser Woche den Eurojackpot knacken, kann aus dem Wunsch schnell Realität werden. Denn so schön die Freiheit der Leere auch sein mag – noch glücklicher macht es, die eigenen Träume handfest und ganz real verwirklichen zu können.

Über den Autor:

Oliver Schönfeld schreibt als Kolumnist für den Glücksblog auf eurojackpot.spiegel.de

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