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Ratgeber

Verzählt, verrechnet, vergriffen: Vom kurzen Glück des Irrtums

Sächsische Lotto-GmbH
06.11.2026
4 Minuten
Frau mit Handtasche und Portemonnaie bedient ein Selbstbedienungsterminal
Foto: Parkhauskasse, Paketstation, Geldautomat: Im Alltag vertrauen wir blind auf die Technik – und staunen, wenn es einmal anders kommt als gedacht. / Bildrechte: © Shutterstock / Karkhut

Ob an der Parkhauskasse, an der Paketstation oder beim Geldabheben: Automaten gehören fest zu unserem Alltag. Maschinen kennen keinen Feierabend, nehmen keinen Urlaub und irren sich nie – so heißt es zumindest. Doch wenn die Technik mal einen schlechten Tag erwischt, kann ihre Benutzung schnell zur Glückssache werden.

„Was, fünf Euro für eine halbe Stunde?“ Haben Sie sich auch schon einmal über sündhaft teure Parkgebühren in der Innenstadt geärgert? Egal, wie viel Sie berappen mussten, das ist nichts gegen das, was einer Frau im kalifornischen Glendale widerfahren ist. Für einen kurzen Arztbesuch hatte sie ihr Auto eine Dreiviertelstunde abgestellt. Bei der Rückkehr staunte sie nicht schlecht: Stolze 7.829 US-Dollar, umgerechnet knapp 7.000 Euro, sollte sie bei der Ausfahrt bezahlen.

Grund: Das Kassensystem war überzeugt, dass sie nicht ein paar Minuten, sondern ununterbrochen bereits seit Juli 2022 geparkt hatte. Versuchen Sie in einer derartigen Situation mal, mit einem Blechkasten zu diskutieren. Das System schaltete auf stur und der Frau blieb nichts anderes übrig, als ihr Konto zähneknirschend zu belasten. Der Betreiber sprach von einem Computerfehler, die Rückzahlung dauerte gut eine Woche.

Wenn der Geldautomat spendabel wird

Dass das Pendel zwischen Glück und Pech am Automaten auch mal in die andere Richtung ausschlagen kann, erlebten vor einiger Zeit Bankkunden in Houston, Texas. Hier war allerdings menschliches Missgeschick im Spiel: Ein Dienstleister hatte am Geldautomaten das Fach für 10-Dollar-Scheine versehentlich mit 100-Dollar-Noten bestückt.

Wer einen Zehner erwartete, hielt einen Hunderter in der Hand. Die Nachricht verbreitete sich schneller, als die Bank reagieren konnte. Vor dem Automaten bildete sich eine Schlange, es kam zu Rangeleien, bis schließlich die Polizei einschritt. Für die eigentliche Pointe sorgte die Bank of America: Die Kunden durften das zu viel ausgezahlte Geld tatsächlich behalten. Wenn das kein netter Gewinn „so nebenbei“ ist.

Ein ähnlicher Fall, wenn auch mit anderem Ausgang, trug sich im niederösterreichischen Stockerau zu: Ein Bankmitarbeiter hatte 50-Euro-Scheine irrtümlicherweise in die Kassette für Zwanziger gelegt. In diesem Fall forderte die Bank allerdings den unfreiwilligen Gewinn zurück. Wer einen solchen Irrtum wissentlich ausnutzt, kann sich nämlich strafbar machen. Das vermeintliche kleine Glück kann also manchen Ärger nach sich ziehen.

Irren ist eben doch menschlich

Bei Bankgeschäften empfiehlt es sich ohnehin, stets gut nachzuzählen, egal, ob ein Automat oder ein Mensch die Finger im Spiel hat. Ein kurioser Fall aus Salzburg sorgte vor wenigen Tagen für Schlagzeilen: Ein 25-jähriger Student aus Georgien will am Bankschalter 12.900 Euro abheben, um Geld zurückzuzahlen, das ihm Freunde für seinen Studienaufenthalt geliehen hatten.

Die Mitarbeiterin zählt die Banknoten ab und schiebt sie über den Tresen, der Student steckt sie ein und geht. Nachzählen? Wozu, das hat die Dame am Schalter ja gerade erledigt. Umso mehr staunt er, als am Nachmittag das Telefon klingelt: Man habe ihm zu viel ausgezahlt. Eine charmante Untertreibung, denn in seiner Tasche lagen 120.900 Euro.

Der Student und ein Freund brachten die überzähligen 108.000 Euro umgehend zurück. Ob es für so viel Ehrlichkeit vielleicht ein Dankeschön gebe, fragten die beiden. Die Mitarbeiterin verschwand kurz und kam mit je einer Tüte Gummibärchen zurück. Und diese hätten noch nicht einmal besonders gut geschmeckt, gaben die beiden später beim österreichischen Sender ORF zu Protokoll.

Nicht jedes Glück ist von Dauer

Wie gewonnen, so zerronnen: Geld, das man nur einem Irrtum verdankt, bleibt selten lange in der eigenen Tasche. Ganz anders verhält es sich mit einem Gewinn, der einem rechtmäßig zusteht. Wer beim Eurojackpot die richtigen Zahlen tippt, kann sich dauerhaft über das finanzielle Glück freuen. Und statt einer Tüte Gummibärchen ist dann die ganze Süßwarenabteilung drin.

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