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Ratgeber

112 - Die Nummer im Ernstfall: Am 11. Februar ist der Europäische Tag des Notrufs

Sächsische Lotto-GmbH
11.02.2026
7 Minuten
Foto zu 112 - Die Nummer im Ernstfall: Am 11. Februar ist der Europäische Tag des Notrufs
Foto: Im Durchschnitt braucht der Rettungsdienst siebeneinhalb Minuten bis er am Unfallort eintrifft. / Foto: VanHope – stock.adobe.com

Sie ist kostenlos, funktioniert ohne Vorwahl und gilt nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa: die 112. Aber welche Informationen benötigen Rettungskräfte im Notfall? Und wie kann ich Personen in einer Notlage außerdem helfen?

Wann wähle ich die 112?

Die 112 ist europaweit die Nummer für medizinische Notfälle wie Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Verletzungen oder Vergiftungen. Auch bei Verkehrsunfällen mit verletzten oder eingeklemmten Personen, bei Bränden, Gasgeruch, Explosionen, Einsturzgefahr und Überschwemmungen wählen Sie die 112.

Mit wem spreche ich, wenn ich die 112 wähle?

Am anderen Ende der Leitung sitzen speziell ausgebildete Leitstellendisponentinnen und -disponenten. Sie haben sowohl einen medizinischen Hintergrund als auch eine Feuerwehrausbildung und entscheiden, welche Rettungskräfte alarmiert und wie diese koordiniert werden.

Was werde ich gefragt?

Ein erfolgreicher Notruf folgt der 5-W-Regel. Wo ist der Notfall? Geben Sie Adresse, Ort, Stockwerk und eventuelle Besonderheiten am Notfallort an. Was ist passiert? Liegt ein Unfall vor? Wird ein Herzinfarkt oder Schlaganfall vermutet oder handelt es sich um einen Brand? Wie viele Betroffene? Nennen Sie die Zahl der Verletzten oder Erkrankten. Welche Art von Verletzungen? Ist die betroffene Person bewusstlos, blutet sie, gibt es Anzeichen einer Rauchvergiftung oder andere Hinweise? Warten Sie auf Rückfragen: Bitte beenden Sie das Gespräch niemals von sich aus. Die Leitstelle übernimmt die Gesprächsführung, stellt bei Bedarf gezielte Rückfragen und gibt gegebenenfalls Erste-Hilfe-Anweisungen.

Wie schnell kommt jemand und hilft?

Die gesetzliche Planungsfrist bei lebensbedrohlichen Notfällen liegt bei 15 Minuten. Im Durchschnitt sind die Rettungswagen nach 7:33 Minuten, also deutlich unter der gesetzlichen Frist, am Einsatzort. Die genaue Zeit hängt von der Entfernung zur nächsten Rettungswache, dem Verkehrsaufkommen und der Verfügbarkeit der Einsatzkräfte ab. Bis der Rettungsdienst eintrifft, bewahren Sie Ruhe und achten Sie auf die eigene Sicherheit. Verschaffen Sie den Rettungskräften Zugang zum Notfallort und weisen Sie sie, falls möglich, bereits an der Straße ein.

Erste Hilfe kann Leben retten

Doch was tun, bis der Rettungsdienst vor Ort ist? Selbst bei siebeneinhalb Minuten ohne funktionierendes Herz-Kreislauf-System entstehen bei einem Menschen irreparable Schäden, wenn eine Reanimation überhaupt noch erfolgreich ist. Erste Hilfe kann also Leben retten. Von der stabilen Seitenlage, über Kommunikation mit der verletzten Person bis hin zu Reanimationsmaßnahmen oder dem Einsatz eines Defibrillators – all das lernen Sie in speziellen Erste-Hilfe-Kursen. Diese werden von vielen Institutionen angeboten, z. B. dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder lokalen Volkshochschulen und Gemeinden. Und auch hier sind Sie nicht allein. Der Leitstellendisponent der 112 unterstützt Sie am Telefon bei den zu treffenden Maßnahmen, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

Erste Hilfe kann im Notfall Leben retten. / Foto: M.Dörr & M.Frommherz – stock.adobe.com

Welche anderen Nummern gibt es?

In weniger dringenden Fällen – bei leichten Erkrankungen und Verletzungen oder Beschwerden, die bereits länger bestehen – hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Wer die 110 wählt, gelangt direkt zur Polizei. Die 19222 ist die Direktnummer für den planbaren Krankentransport.

SOS-Notsignale

Nicht nur bei Unfällen können Menschen in eine Notsituation geraten. Auch unbemerkt und mitten in der Öffentlichkeit können Personen in Bedrängnis geraten, ohne dass ihr Umfeld dies sofort wahrnimmt. Häufig ist es den Betroffenen nicht möglich, sich verbal bemerkbar zu machen – sei es aus Angst oder aufgrund lauter Umgebungsgeräusche. In solchen Situationen kann ein spezielles Handzeichen helfen, auf sich aufmerksam zu machen. Dieses Zeichen kann vor dem Körper, seitlich oder auch unauffällig hinter dem Rücken ausgeführt werden. Umso wichtiger ist es, aufmerksam zu sein und es als möglichen Hilferuf zu erkennen.

Grafik: Pro_Vector – stock.adobe.com

So wird das Handzeichen ausgeführt:

Zunächst wird eine Hand mit der Handfläche nach außen in Richtung der Person gehalten, deren Aufmerksamkeit erlangt werden soll.

 Anschließend wird der Daumen zur Handfläche eingeklappt .

 Danach werden die übrigen vier Finger über den Daumen gelegt. Zur Verdeutlichung kann der letzte Schritt, das Ein- und Ausklappen der vier Finger über den Daumen, dreimal wiederholt werden.

Bitte wägen Sie stets ab, ob Sie in einer solchen Situation selbst eingreifen können, ohne sich dabei in Gefahr zu bringen. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, weitere Personen aufmerksam zu machen oder im Notfall die 112 zu verständigen.

Neben diesem nonverbalen Hilfezeichen haben sich auch sogenannte Codewörter für Notsituationen etabliert. Die Frage „Ist Luisa hier?“ dient beispielsweise als stiller Hilferuf, um ohne Erklärungen Unterstützung zu erhalten. Die Kampagne wurde 2016 vom Münsteraner Frauen-Notruf ins Leben gerufen und wird mittlerweile in zahlreichen Bars und Clubs in ganz Deutschland umgesetzt.

Hausnotruf

Der Hausnotruf bietet Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Einschränkungen durch tragbare Sender wie Armbänder oder Halsketten im Notfall schnelle Hilfe per Knopfdruck. Tritt eine Notsituation ein, muss die betroffene Person nicht erst zum Telefon greifen, sondern wird unmittelbar mit einer Notrufzentrale verbunden. Da die Sender registriert sind, erkennt die Zentrale den Anrufer sofort und weiß, um welche Person es sich handelt. Nach einer kurzen Schilderung der Lage wird die Situation eingeschätzt, entsprechende Maßnahmen werden eingeleitet und bei Bedarf ein Rettungsteam alarmiert.

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