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Unterwegs

Tradition trifft Moderne: Frank Mietke und seine Sachsenlotto-Annahmestellen

Sächsische Lotto-GmbH
16.03.2026
6 Minuten
Frank Mietke vor seiner Sachsenlotto Annahmestelle in Bautzen mit einem Präsentationsdisplay für Lotto-Spielscheine, Rubbellose und das glüXmagazin.
Foto: Frank Mietke vor seiner Bautzner Annahmestelle. Foto: Volkmar Heinz

Gewonnen! Gut gelaunt sortiert der alte Herr die 80 Euro Schein für Schein in seine Geldbörse. „Wieder wie immer?“, fragt die Verkäuferin und schiebt ihm die neuen Lose über den Tisch. Doch das war keine wirkliche Frage. Die Beiden kennen sich offensichtlich schon Ewigkeiten. Ein kurzer Plausch, eine Zeitung, ein freundliches Abschiedswort.

Rund die Hälfte derer, die das Geschäft in der Bautzener Karl-Marx-Straße 22 betreten, sind Stammkunden. Wohl auch weil das Lädchen tatsächlich etwas ganz Besonderes, fast Heimeliges hat: den Duft nach Zigarren und Pfeifen-Tabak und nach frisch Gedrucktem, nostalgische Werbung, Regale aus braunem Holz und für die stilvollen Pfeifen ausgepolsterte Vitrinen… Im Kontrast dazu – als seien Ufos gelandet – unzählige bunte Zeitschriften und das Sachsenlotto-Kompakt-Terminal. Auch für Osterservietten, Postkarten und Bastelhefte findet sich noch ein Plätzchen auf den wenigen Quadratmetern des „Bautzener Tabakladens“, der mit drei Kunden und deren Einkaufstaschen schon gut gefüllt ist. 



Start in den Wende-Wirren

„So haben wir dieses Geschäft von unserer Vorgängerin dankbar übernommen und dessen Charme wird auch bleiben“, erläutert der Inhaber Frank Mietke. „Dieses Konzept bildet den Kontrast zu unseren drei anderen Standorten in der Oberlausitz, die ‚Pressewelt‘ heißen, wesentlich geräumiger sind und ganz modern eingerichtet.“ 

Doch um diese Zweigleisigkeit zu verstehen, muss man ein paar Schritte zurück in der Unternehmensgeschichte: In den Wende-Wirren suchten die Eltern von Frank Mietke wie so viele in der Region neue Arbeit. Aus ihren früheren Jobs brachten sie betriebswirtschaftliche Erfahrung mit. Rückenwind gab ihnen das Verlangen der Ostdeutschen, sich in der großen buntglänzenden Zeitschriftenwelt umzuschauen.  Ein paar Verkaufstests aus dem Auto und der Garage heraus – und das Abenteuer Zeitschriftenhandel startete. Ein paar Gesetze, ein paar Abwicklungsmodalitäten, ein paar Umbenennungen und mehrere Strukturveränderungen später wurde daraus die  Mercura-Pressegroßhandel Mietke GmbH & Co. KG, zu dessen Abnehmern noch heute viele der Lotto-Annahmestellen Ost-Sachsens zählen. 

Frank Mietke, Jahrgang 1978, studierte derweil Informatik; seine spätere Frau Wirtschaftsingenieurwesen. Die Eltern setzten ihn zwar wegen einer Betriebsübernahme nicht unter Druck, aber als er 2014 das inzwischen aus Großhandel und Filialen bestehende Unternehmen übernahm, waren sie zufrieden. 

„Sie ließen sich noch ein Jahr die Bilanzen zeigen“, so Mietke, „aber sie haben ihr Versprechen gehalten, uns nicht auf den Keks zu gehen.“

Bereut hat er weder seinen Einstieg als Mitarbeiter ins Unternehmen der Eltern noch die spätere Übernahme. „Ich bin beseelt von der Möglichkeit, selbständig zu agieren und gemeinsam mit 60 Mitarbeitenden meine Ideen zu realisieren“, bekennt er. 



Mit Moos was los


Zu diesen Ideen gehörte die klare Abgrenzung zweier Geschäftstypen: der nostalgische „Tabakladen“ einerseits und die neuzeitliche „Pressewelt“ andererseits. Wie die „Pressewelt“ aussieht und funktioniert kann man nicht nur in Löbau und Niesky, sondern auch in Bautzen in der Reichenstraße sehen. Das Sortiment, das der „Tabakladen“ sozusagen im Mini-Format präsentiert, hat hier richtig viel Platz: 140 Quadratmeter. Es umfasst Zeitungen, Zeitschriften, Romane, Comics, Rätselhefte und Taschenbücher von rund 230 Verlagen. Hinzu kommen regionale Leckereien von Senf und Konfitüre bis zu Kaffeebohnen aus der ortsnahen Rösterei , „…die wir nicht mehr suchen müssen, weil die Hersteller sie uns inzwischen anbieten“, so Mietke. Viel Raum und damit Aufmerksamkeit wird zudem den Dynamo-Dresden-Fanartikeln eingeräumt. 

Und dann ist da natürlich das Sachsenlotto-Komplettangebot, das sich hier ausbreiten darf: Außer dem Verkaufstresen ist da ein Bildschirm, auf dem sich der potentielle Spieler informieren und die Qual der Zahlen-Wahl dem Zufallsgenerator aufbürden kann; auch Sitzgelegenheiten werden angeboten und – vermutlich als kleine Aufmunterung für die Kunden – eine Wand begrünt mit echtem Moos.


 „Keine unserer Angebots-Säulen wäre ohne die andere stabil“, erläutert der Unternehmer. „Wer einen Lottoschein kauft, den fragen meine Mitarbeiter nebenbei, ob er die neue Zeitschrift schon kennt. Und manch einer spielt auch mal mit, obwohl er eigentlich nur ein Spielzeug kaufen oder ein Paket abholen wollte.“ 

Beispielsweise „Rubbel-Niesky“


Zu den neuen Geschäften kam Mietke meist, weil jemand aus dem Kreis jener, die er als Großhändler belieferte, in den Ruhestand wollte. Es ergab sich sogar, dass er solch einen ehemaligen Mitbewerber ins eigene Boot holte. „Denn bei Übernahmen ist es ganz wichtig, alles auch aus der Perspektive des Kunden zu sehen. Wenn der alte Gesichter wiedererkennt und wenn er hört, dass mit dem Wechsel alles korrekt gelaufen ist, dann bleibt er treu. Außerdem ist vor allem für das Lotto-Geschäft Expertise ganz wichtig“, betont Mietke. „Gut verkaufen kann nur, wer sich mit dem Lotto-Unternehmen identifiziert. Das heißt unter anderem, immer mal wieder auf neue Spielmöglichkeiten hinzuweisen und zu wissen, was bei wem gut ankommt. Beispielsweise wird hierzulande gern gerubbelt, man spricht sogar von ‚Rubbel-Niesky‘.“ 

Und noch etwas erzählt der Chef über seine Leute: „Sie haben ein Gespür für die Menschen. Wenn beispielsweise mal einer enttäuscht ist, dass er wieder nichts gewonnen hat, ist der Kunde aufzumuntern mit einem Hinweis darauf, was Lotto mit seiner Hilfe alles unterstützt.“    

Text: Marlis Heinz 

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