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Unterwegs

Müßiggang am Zauberberg: Der Schweizer Kanton Graubünden beeindruckt mit Davos und der Schatzalp

Sächsische Lotto-GmbH
12.09.2026
6 Minuten
Kristallklarer Davoser See mit Segelbooten und umrahmten Bergen – ein idyllisches Ziel für Naturliebhaber und Wassersportfans in Graubünden.
Foto: Erfrischend und klar: Der Davoser See lädt zum Segeln und Baden ein. / Foto: Doris Burger

Die Alpenstadt Davos macht jährlich Ende Januar als Sitz des Weltwirtschaftsforums Schlagzeilen. Das übrige Jahr lädt sie zum Urlaub machen ein und zum Müßiggang in einer faszinierenden Bergwelt. Wer sich für Kunst interessiert, kann spannende Werke entdecken: in Museen und Kirchen, Parks und Gärten. Ein Besuch auf der Schatzalp, dem sogenannten Zauberberg, gehört zu jedem Aufenthalt dazu.

Die Aussicht ist das Größte. Eingerahmt von den bodentiefen Jugendstilfenstern betrachten Gäste des Hotels Schatzalp die Berge wie ein überdimensionales Bild. Am Abend wachsen die Schatten hinauf zu den Gipfeln, die weiter in Rotgold leuchten, bis das letzte Tageslicht vergangen ist. Noch ein paar Schritte im wohl gepflegten Garten, einige tiefe Atemzüge, um die frische Bergluft zu genießen: hoch oben über der heutigen Stadt Davos, in diesem besonderen Refugium, einem Logenplatz der Bergwelt.

Oberhalb der Schatzalp erwartet die Gäste eine wunderschöne Abendstimmung. / Foto: Doris Burger

Wer unten in Davos wohnt, hat bis Mitternacht Zeit, die Standseilbahn zurück ins Tal zu nehmen. Die Bahn ging Weihnachten 1899 in Betrieb, ein Jahr, bevor die Schatzalp als Luxussanatorium eröffnet wurde. Natürlich wurde inzwischen eine Nachfolgebahn gebaut. Diese fährt in nur vier Minuten hinauf oder hinunter. Auch Einheimische nutzen die Möglichkeit gerne, um im Alpgebiet spazieren zu gehen. Besonders beliebt ist die viereinhalb Kilometer lange Wasserfallrunde.

Eine Standseilbahn verbindet die Stadt und das Hotel Schatzalp. / Foto: Doris Burger

Der Weg steigt in Serpentinen durch den Wald, quert oben am Hang über dem Alpinum, dem sehenswerten botanischen Garten der Schatzalp, und passiert eine große Uhr: Sie zeigt den Wasserstand des Reservoirs an, das aus 41 Quellen gespeist wird. Bergab geht es in zahlenreichen Kurven für Wander-Fans zurück zum Hotel.


Ein Alpen-Edelweiß im Botanischen Garten des Hotels Schatzalp. / Foto: Doris Burger

Die großzügige Lobby mit den tiefen Lehnstühlen sowie die Restaurants sind auch für Tagesgäste geöffnet, besonders zu Mittag kehren häufig Wanderinnen und Wanderer ein. Manche machen es sich auf den Liegen im Garten bequem und ordern ein Getränk oder einen Eisbecher. Hier lässt sich der Tagesablauf der einstigen Tuberkulose-Kranken nachempfinden: Sie hatten ein strenges Programm aus vier Liegekuren und fünf Mahlzeiten, die im Speisesaal eingenommen wurden. Fußbodenheizung gab es dort schon im Jahr 1900, elektrisches Licht ebenso.

Vorlage für einen Bestseller-Roman

Bekannt wurde die Schatzalp durch den Roman „Der Zauberberg“ von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann. Er ist mehr als hundert Jahre alt und wurde bereits mehrfach verfilmt. Die Serie „Davos 1917“, eine Deutsch-Schweizer Co-Produktion, wurde im Winter 2022 vor allem um das Hotel herum gedreht. Solche Details erfahren Besucherinnen und Besucher bei der Jugendstilführung der Schatzalp.

Tatsächlich besuchte Thomas Mann seine Frau Katia während ihrer halbjährigen Kur 1912 für einige Wochen in Davos. Sie kurte aufgrund einer Lungenerkrankung allerdings im Waldsanatorium, dem heutigen Waldhotel, aus dem sie ihm detaillierte Briefe schrieb. Außerdem gab es damals noch das Sanatorium Valbella. Der „Berghof“, wie das Sanatorium im Buch „Der Zauberberg“ heißt, wurde also in künstlerischer Freiheit aus drei verschiedenen Einrichtungen komponiert.


In diesem Jahr bereichern Skulpturen die Gärten der Schatzalp. / Foto: Doris Burger

Langbeinige Holzskulpturen

Seit 1954 ist die Schatzalp ein Hotel. In diesem Jahr ist es zudem Kunsthotel, im Verbund mit 21 renommierten Schweizer Garten Hotels. In einem Projekt, bei dem interessierte Gäste auch spontan mitarbeiten durften, entstand im Garten eine begehbare Katze samt Vogel, die abends beleuchtet wird. Holzskulpturen von Max Roth fanden in Durchgängen Platz, ein Dreier-Ensemble an langbeinigen Häuschen fasziniert im Jugendstilgarten. Jeweils aus einem Stück geschaffen, so versichert der Berner Künstler.

Kunstinteressierte sind in der Stadt ebenfalls gut aufgehoben. Das Kirchner Museum gilt als Meilenstein der Moderne. Noch bis Januar 2027 zeigt es die Show „Farbenrausch“. Der Künstler Ernst Ludwig Kirchner war ein Meister der Farbe und taucht nicht nur seine Wahlheimat Davos in außergewöhnliche Töne.

Wenige Gehminuten sind es vom Museum zur Kirche St. Johann in Davos Platz: Im Chor wiederum findet sich „das Paradies“, ein leuchtender Fensterzyklus. 1928 wurde er von Augusto Giacometti gestaltet, einem Schweizer Maler und Glas-Künstler aus Stampa im Bergell. Er ist weitläufig verwandt mit Alberto Giacometti, der bis heute mit seinen charakteristischen Bronzeskulpturen in den wichtigsten Museen der Welt zu finden ist.

Wer danach wieder raus in die Natur will, kann eine Bahnstation nach Davos Dorf fahren und zum Davoser See spazieren: Selbst im Hochsommer ist das erfrischend, das Wasser schimmert türkis bis dunkelblau. In den Liegestühlen der fröhlichen Badeanstalt mit Café und Restaurant lässt sich wiederum trefflich rasten: „Man lag ganz ungewöhnlich bequem“, schrieb schon Thomas Mann nach seinem Besuch über die damals neuen Sitzmöbel.

Verzaubert von der Bergwelt in und um Davos ist Doris Burger

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