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Ratgeber

Von fliegenden Tellern und tierischem Glück

Sächsische Lotto-GmbH
28.08.2026
3 Minuten
Ein kleines, rosafarbenes Ferkel wird liebevoll von zwei Händen gehalten, während im Hintergrund zwei Personen zu sehen sind.
Foto: Vom Trostpreis zum Glückssymbol: Wie das Schwein zur beliebten Redewendung für unerwartetes Glück wurde./ Bildrechte: © Shutterstock

Haben Sie heute schon „Schwein gehabt“? Und wann haben Sie sich zuletzt über eine heruntergefallene Kaffeetasse gefreut, weil doch Scherben angeblich Glück bringen? Wir alle kennen diese Redewendungen. Aber was steckt dahinter?

Was Schweine mit Glück zu tun haben

„Da habe ich noch mal Schwein gehabt.“ Dieser Spruch liegt vielen von uns direkt auf den Lippen, wenn es das Schicksal gut mit uns meint. Doch was hat ausgerechnet das Borstenvieh damit zu tun, wenn ein Steuerbescheid positiver ausfällt als befürchtet oder wir im Job einen Erfolg einfahren? Warum sagen wir nicht „Hamster gehabt“ oder vielleicht „Goldfasan gehabt“? 

Die Aufklärung dieser Frage führt uns schnurstracks zurück ins späte Mittelalter. Auch wenn die genaue Entstehungsgeschichte im Verborgenen liegt, stellt die Sprachwissenschaft eine Verbindung zu Dorf- und Schützenfesten her. Seinerzeit erntete der schlechteste Schütze weder Ruhm noch Ehre – konnte sich aber zumindest an einem Ferkel erfreuen. So ist aus dem Trostpreis von einst über die Jahrhunderte sprachlich ein Glückssymbol geworden.

Wieso machen uns Scherben glücklich?

Scherben bringen Glück. Dieses Mantra prägt bis heute so manchen Polterabend. Kurios: Die Redewendung hat womöglich gar nichts mit zerdeppertem Porzellan zu tun. Stattdessen verweist die Linguistik auf eine zweite Bedeutung des Wortes: Als „Scherben“ wurden früher schlichtweg Vorratsgefäße aus Ton bezeichnet. Wer also viele Scherben im Keller aufgetürmt hatte, konnte sich über ausreichend Nahrungsvorräte für den Winter freuen.

Wie wir alle wissen, gibt es keine Regel ohne Ausnahme. Während Scherben uns Glück bringen sollen, geht der Aberglaube bei einem zerbrochenen Spiegel von sieben Jahren Pech aus. Anders gesagt: Nicht jedes Missgeschick macht uns tatsächlich glücklicher.

Woher hat der Glückspilz seinen Namen?

Nächstes Sprachrätsel: Wie nennen wir Menschen, die das Glück für sich gepachtet haben? Na klar, Glückspilz. Die Wurzeln für diesen Spitznamen reichen ins 19. Jahrhundert zurück. Damals galt als „Glückspilz“ eine Person, die im Zuge der Industrialisierung über Nacht zu Reichtum gelangte – genau so, wie ein Pilz aus dem Boden schießt. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts verlor das Wort die negative Bedeutung, nachzulesen im Wörterbuch der Brüder Grimm: Aus dem Vorwurf des „Emporkömmlings“ wurde ein Glückwunsch.

Wer wäre heutzutage nicht gerne ein Glückspilz, beispielsweise mit einem millionenschweren Hauptgewinn im Eurojackpot? Wenn dieses Kunststück gelingt, wäre jedoch die klassische Redewendung völlig unterdimensioniert: Dann hätte man nicht einfach nur „Schwein gehabt“ – sondern gleich einen ganzen Stall davon.

Über den Autor:

Oliver Schönfeld schreibt als Kolumnist für den Glücksblog auf eurojackpot.spiegel.de

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