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Ratgeber

Glück ist kein Zufall – es ist ein Entschluss

Sächsische Lotto-GmbH
20.03.2026
8 Minuten
Lächelnder Mann liest einen Brief – ein Moment der Wertschätzung und des Glücks.
Foto: Ein persönlicher Dankbarkeitsbrief kann das Glücksempfinden nachhaltig steigern und stärkt die Verbindung zu den Menschen, die uns wichtig sind. / Foto: stockfoto

Wie lautet das Glücksrezept der Menschen in Skandinavien? Und warum belegen Finnland und Schweden im „World Happiness Report“ stets die Spitzenplätze? Zum Weltglückstag am Freitag dieser Woche (20. März) haben wir mit der Glücksforscherin Maike van den Boom gesprochen. Im Interview verrät die Expertin für skandinavische Führungskultur, warum Vertrauen wichtiger ist als Kontrolle und wie ein einziger Brief unser Glücksempfinden für Monate verbessern kann.

Am 20. März ist wieder UN-Weltglückstag. Hand aufs Herz: Brauchen wir tatsächlich einen offiziellen Anlass, um uns ans Glücklichsein zu erinnern?

Maike van den Boom: Gerade in Zeiten, in denen vieles dunkel und negativ erscheint, ist es extrem wichtig, das Glück in den Mittelpunkt zu rücken. Unser Gehirn ist nun einmal darauf programmiert, sich vornehmlich auf Gefahren und das Negative zu fokussieren. Doch wenn wir nur Probleme wälzen, verlieren wir immer stärker an Energie und Kreativität. Der Weltglückstag erinnert uns daran, wofür wir dankbar sein können – und das ist ein sehr schönes Gegengewicht zur ständigen Schwarzmalerei.

Was ist Ihr persönlicher Tipp: Wie können wir diesen „World Happiness Day“ verbringen, um einen positiven Impuls für das restliche Jahr mitzunehmen?

Maike van den Boom: Dazu möchte ich eine wunderbare Übung von Martin Seligman, einem der Begründer der positiven Psychologie, empfehlen: den „Gratitude Visit“. Dafür schreiben wir als Erstes einen Brief an einen Menschen, den wir sehr schätzen, dem wir dankbar sind oder der etwas Wichtiges für uns getan hat. Der Clou dabei: Diesen Dankbarkeitsbrief schicken wir nicht einfach ab, sondern besuchen stattdessen die Person und lesen ihr den Brief dann Wort für Wort vor. Das ist oft sehr emotional, da rollen öfter auch mal Tränchen. Viele Studien zeigen, dass so ein Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung bei beiden für eine nachhaltige Steigerung des Glücksempfindens sorgt. Das Besondere an diesem Brief ist jedoch, dass er die Beziehung zu einem lieben Menschen stärkt. Der positive Effekt auf das Glücksempfinden hält minimal einen Monat, manchmal sogar mehrere Monate an.

Auch in diesem Jahr sind die skandinavischen Länder im World Happiness Report wieder auf den vorderen Plätzen zu finden. Da Sie schon viele Jahre in Schweden leben, können Sie uns vielleicht das Geheimnis verraten: Warum haben die Nordländer das Glück quasi „für sich gepachtet“?

Maike van den Boom: Das Zauberwort heißt Vertrauen. In Skandinavien geht man davon aus, dass der Mensch grundsätzlich gut ist und sein Bestes geben will, nach dem Motto: „Jeder Mensch ist eigentlich ein Freund, den du nur noch nicht getroffen hast.“ Dazu kommt eine flache Hierarchie. In Finnland besuchen Professor und Studenten schon mal gemeinsam die Sauna, auch viele Geschäftsabschlüsse werden schwitzend verhandelt. Da lässt man buchstäblich die Hüllen fallen, und Statusunterschiede spielen keine Rolle. Diese Freiheit, sich einzubringen und wertgeschätzt zu werden, macht unglaublich glücklich.

Was ist die eine Sache, die wir uns in Sachen Glück sofort von den Schweden oder Finnen abschauen sollten?

Maike van den Boom: Eine verzeihende Haltung, zum Beispiel im Straßenverkehr. In Deutschland regen wir uns sofort auf, wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt. In Schweden denkt man eher: „Oh, der hat mich wahrscheinlich einfach nicht gesehen und war in Gedanken.“ Diese Gelassenheit macht das eigene Leben so viel leichter. Es ist einfacher, ein positiver Mensch zu sein, wenn man von positiven Menschen umgeben ist. Doch wir vergessen oft, dass wir selbst Teil der Umgebung sind und sie deshalb durch unser Verhalten beeinflussen. Also nicht hupen, sondern lächelnd die Vorfahrt gewähren.

In Skandinavien scheint außerdem der soziale Neid geringer zu sein als hierzulande. Macht es euch glücklicher, wenn es auch dem Nachbarn gut geht?

Maike van den Boom: Absolut, es ist schwierig ein glücklicher Mensch zu sein, wenn alle um dich herum unglücklich sind. Erfolg wird in Skandinavien anders definiert. Bei uns heißt Erfolg oft: „Ich bin besser als du.“ Im Norden bedeutet Erfolg: „Es geht uns allen gut.“ Dort gilt das sogenannte Jante-Gesetz, ein nordischer Verhaltenskodex. Dieser besagt: Du sollst nicht glauben, dass du etwas Besseres bist. Selbst wenn jemand viel Geld hat, zeigt er es nicht unbedingt. Der Ferrari oder der Porsche bleiben eher in der Garage. In Schweden gibt es das Wort „lagom“. Es bedeutet so viel wie: Nicht zu viel, nicht zu wenig. In der Mitte liegt das Glück. Nicht zu viel Glanz, auch nicht schäbig. Leidenschaft, aber kein Drama. Damit es allen gut geht. Dieses äußere Gleichgewicht sorgt für eine innere Balance.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht Geld für unser Glück? Wie könnte man zum Beispiel einen Millionengewinn im Eurojackpot nachhaltig nutzen?

Maike van den Boom: Geld macht glücklich, das ist einfach so. Aber gute Beziehungen machen um ein Vielfaches glücklicher. Finanzieller Reichtum ist ein Wackelkandidat, denn wir vergleichen uns einfach zu gerne. Wenn ich ein hohes Einkommen habe, aber mein Nachbar noch viel mehr verdient, kann das schnell zu Frust führen. Wer langfristig glücklich sein will, ob mit oder ohne Lotteriegewinn, sollte in Gemeinschaft und Erlebnisse mit anderen Menschen investieren statt in Status.

Kann man Glück eigentlich lernen wie eine Fremdsprache – oder ist das eher eine Typfrage?

Maike van den Boom: Wir alle können lernen, glücklicher zu sein, uns auf das Positive zu konzentrieren. Auch wenn unser Glücksniveau zu Teilen genetisch bestimmt ist, haben wir dennoch einen großen Teil selbst in der Hand. Leider haben viele ein festgefahrenes Mindset, nach dem Motto: „Ich bin halt so, ich kann mich nicht ändern.“ Im Norden herrscht eher ein „Growth Mindset“: Du kannst etwas noch nicht, aber du kannst es lernen. Es gibt Menschen, die lernen mit 40 noch mal einen ganz neuen Beruf. Es geht darum, den Blickwinkel zu verändern: Wenn wir uns darauf konzentrieren, welche positiven Dinge unser Leben bereichern und was wir selbst beeinflussen können, dann kommt jeder von uns dem persönlichen Glück schon ein ganzes Stück näher.

Über den Autor:

Oliver Schönfeld schreibt als Kolumnist für den Glücksblog auf eurojackpot.spiegel.de

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