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Ratgeber

Freie Zeit ist der neue Reichtum

Sächsische Lotto-GmbH
23.10.2026
4 Minuten
Freie Zeit
Foto: © Shutterstock/encierro

Kann das Leben immer nur aus Arbeit bestehen? Laut einer aktuellen Umfrage würde mehr als die Hälfte der Berufstätigen hierzulande den Schreibtisch sofort räumen, wenn es das Konto zuließe. Zumindest das Träumen davon, was wir mit all der gewonnenen Zeit anstellen könnten, ist erlaubt.

Der Beruf rutscht auf der persönlichen Rangliste offenbar nach hinten. Diesen Schluss legt jedenfalls die Erhebung eines Versicherungsunternehmens nahe. Rund 3.800 Berufstätige aus Deutschland wurden befragt. Ergebnis: Knapp die Hälfte von ihnen misst dem Beruf keine tragende Bedeutung für das eigene Leben mehr bei, 2019 sah das nur jeder Vierte so. Unter den 55- bis 64-Jährigen würden fast zwei Drittel lieber heute als morgen den Hut nehmen, sofern die Finanzen mitspielten. Und sechs von zehn Befragten gehen nach eigenem Bekunden vor allem zur Arbeit, um die Miete und den Lebensunterhalt bestreiten zu können. In mancher Chefetage dürfte man bei solchen Zahlen direkt zum Riechsalz greifen.

Warum Arbeit zum Lebensglück dazugehört

Damit kein Missverständnis entsteht: Arbeit kann etwas Wunderbares sein. Sie gibt dem Tag eine Form, stiftet Sinn, beglückt uns mit Kollegen und Kantinengespräche und beschert hin und wieder ein Erfolgserlebnis, das man abends unbedingt noch am Küchentisch erzählen muss. Damit ist Arbeit ein echter Glücklichmacher, wie auch Psychologen bestätigen.

Allerdings bedeutet der Abschied vom Beruf keineswegs, dass die meisten nur auf der faulen Haut liegen möchten. Stattdessen rücken Zeit für die Familie, Ehrenamt, soziales Engagement und Sport in den Fokus. Das bestätigt die besagte Umfrage. Demnach wünschen sich die Befragten mehr zeitlichen Freiraum für eigene Interessen, für Bewegung, Reisen und soziale Kontakte. Gut die Hälfte würde gern die Wochenstunden reduzieren, und 57 Prozent halten ein Dasein ohne Arbeitsvertrag inzwischen für durchaus denkbar.

Zeit zurückholen und das Glück steigern

Wer sich ein wenig Lebenszeit zurückholen möchte, findet dazu in dieser Woche den passenden Aktionstag. Denn bereits seit 2003 wird jedes Jahr am 24. Oktober der „Take Back Your Time Day“ begangen. Sinngemäß: der Tag, an dem man sich seine Zeit zurückholt. Zu verdanken haben wir dies US-amerikanischen Wissenschaftlern, Autoren und Aktivisten aus dem Umfeld des Simplicity Forums, die für einen einfacheren und nachhaltigeren Alltag werben.

Den Initiatoren geht es um ein Phänomen, das Soziologen als chronischen Zeitmangel beschreiben. Kalender, die voller sind als der Tag lang. Erholung als Restposten. Familie und Freunde auf der Warteliste.

Wie Sie diesen Gedanktag begehen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Das Smartphone für ein paar Stunden in die Schublade legen, die Eltern besuchen, endlich das Vogelhäuschen zimmern, das seit drei Jahren auf der Liste steht. Oder schlicht gar nichts tun – das aber richtig.

Freie Zeit ist das wahre Glück

Wer die Zeitfrage etwas grundsätzlicher lösen möchte, stößt rasch auf ein Hindernis, das die Umfrage ganz freimütig benennt: Etwas mehr Luft im Kalender hängt bei den meisten nun einmal vom Kontostand ab. Wer beispielsweise in dieser Woche mit dem Tipp beim Eurojackpot richtig liegt, könnte die eigene Work-Life-Balance in Zukunft recht großzügig auslegen. Viele Millionen auf dem Konto schaffen zweifellos ein ungemein entspanntes Gefühl. Der eigentliche Reichtum aber besteht darin, endlich so viel freie Zeit zu haben, wie Sie nur möchten.


Über den Autor:

Oliver Schönfeld schreibt als Kolumnist für den Glücksblog auf eurojackpot.spiegel.de

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